Einige Leute sollten öfter mal ihren Mund halten, oder zumindest ein bisschen nachdenken, bevor sie sich äußern
Denkt in dem Land eigentlich noch irgendjemand nach, bevor er sich zu einem Thema äußert? Oder sind alle öffentlichen Aussagen der kolportierten “Experten” nur mehr Verbaldurchfall? Offensichtlich letzteres, wenn man sich einige Meldungen der vergangenen Tage so ansieht.
Der Fußball ist ein Subsystem der ganzen Gesellschaft. Er spiegelt die politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse in der Gesellschaft wider. Wenn diese Theorie stimmt, ist es um das Land offensichtlich schlecht bestellt; allerdings würde es erklären, warum ein extremistischer Rattenfänger beste Aussichten hat, nächster Bundeskanzler zu werden.
Vielleicht liegt es auch nur am Sommerloch, und am Fehlen spektakulärer Ein- und Verkäufe in der Liga sowie der Tatsache, dass dieses Jahr kein Verein bereits in der Vorbereitung mit dem Kabarett beginnt, wie es in den letzten Jahren der Fall war (Austria Kärnten, LASK, etc.). Über irgendwas muss man schließlich schreiben, und was bietet sich da besser an, als auf den allseits beliebten Sandsack draufzuhauen?
Die Gesellschaft braucht offensichtlich diese “anderen”, die auf die sie sich beim eigenen Scheitern hinausreden kann, und die sie bei jeder Gelegenheit attackiert. Das schafft die Möglichkeit, Dampf abzulassen und stärkt den Zusammenhalt nach innen.
Selbstverständlich ist der Sandsack namens FC Red Bull Salzburg nicht ganz unschuldig daran, für viele ein rotes Tuch zu sein; die Außendarstellung war und ist oftmals ungeschickt, Demut ist seine Sache nicht. Aber das entlässt niemanden aus der Verantwortung, respektvoll zu bleiben und sich an die Regeln eines zivilisierten Diskurses zu halten. Dazu gehört vor allem auch, nicht mit Lügen und Halbwahrheiten um sich zu werfen, um einen Gegner zu diskreditieren.
Die getätigten Äußerungen haben diesen Rahmen auf jeden Fall verlassen. Ob aus Vorsatz, wegen schlechter Manieren oder einfach nur wegen Dummheit, sei dahingestellt. Vielleicht auch eine Mischung aus alledem. Sehen wir uns den Inhalt der Meinungen der Herren Prohaska, Garger und Blumenau einmal genauer an.
Prohaska ist Austrianer durch und durch, was ihm natürlich zugestanden sei. Seine Angriffe in Richtung Salzburg erklärt das zwar vielleicht, entschuldigt sie aber nicht. Immerhin gilt er als Autorität im österreichischen Fußball, und muss sich deswegen besser im Griff haben.